Sonntag, 31. August 2014

Vision

Mit einem Mann aus früherer Zeit ging ich in einen dunklen Wald. 
Er führte mich mitten hinein, zu einem Baum. Eine weiße Leiter stand davor und ich bin hinauf gestiegen. Als ich oben war, auf  der Leiter, auf dem Baum, habe ich meinen Arm gehoben mit ausgestrecktem Zeigefinger und einen weißen, hellen und doch auch goldenen Strahl vom Himmel geholt. Er lief aus den Wolken zu meinem Finger und mit meinem anderen Arm habe ich den Strahl an ihn, der unten wartete, weiter gegeben. 
Und er begann, Gold zu tanzen. Überall, wo seine Füße, seine Hände den Boden, den Wald berührten, blieb goldener Staub zurück. 
Und dann wollte ich zurück zu ihm. Wollte die Leiter hinab. Aber das Bild ließ sich nicht verändern. Ich konnte mich nicht sehen, wie ich den Baum verlasse. 
Dann wurde ich ruhig und sah zum ersten Mal um mich, bemerkte zum ersten Mal, wie schön der Baum war. Eine weiße, sanfte Birke und gleichzeitig eine Linde mit lichtgrünen Herzblättern. Und alles war leicht und frei und Sommersonnenlicht. 
Ich blieb auf dem Baum. Und fühlte mich nicht mehr fern. 
Später einmal habe ich den dunklen Wald wiedergesehen und fand einen Tempel darin. Aus strahlendem Gold. Mit zwei goldenen Figuren im Zentrum und ich erkannte in ihnen uns. Meine Arme zeigten nach oben, ich war wieder seine Priesterin. Und alles war Gold, auch der Wald war Gold. 
Gold ist die Farbe der GlückSeeligkeit. 

Jenseits der Angst sind goldene Bäume gepflanzt
Der Sand ist einverstanden, deine Spuren zu tragen
Es gibt keinen Ort, der nicht dein ist
Und überall liebt Violett

Von der Linde werfe ich drei Tränen herab
Und höre auf, mich herunter zu fragen
Es gibt keinen Ort, der nicht du bist
Jenseits der Angst sind goldene Bäume gepflanzt 

 

Samstag, 30. August 2014

Gequälter Stein

Wir haben dein Lachen vergessen 
Unsere heilenden Hände
haben deine Wunden 
auf der ganzen Erde
und in unseren Gesichtern verschmiert 
Wir haben deine Kraft vergessen 
Unsere gefalteten Hände
haben das Kreuz dazwischen 
nicht mehr losgelassen 
und sind daran entzwei gebrochen 
Wir haben deine Stimme vergessen 
Und wehklagen dir unsere Verehrung 
in schwarz gekleidetem Geistergesang 
Wir haben deine Liebe vergessen 
Und unsere Augen mit Schmerz gefüllt
bis die Welt grau war
Und du gequälter Stein

Mittwoch, 27. August 2014

Garten ohne Himmel

Es gibt einen Garten ohne Himmel
In dem Die Geliebte rote Tränen weint
Weil ihr weißes Kleid zerrissen ist
Auf der Suche nach IHM
Sind ihre angstvollen Füße
Zu dir zurück gelaufen
In deine Hände ist sie gefallen
Deine warmen Hände ohne Gnade
Du hast den Wein vergossen
Der nie dein war
Und zu viele Sterne
Sind mit euch zu Boden gegangen
Weil dein Mund so voller Schmerz war
Musste er zu Tode küssen
Weil deine warmen Hände leer waren
Haben sie alles Weiße zerrissen
Du musstest das Brautkleid zerfetzen
Und ihre weiße Seele brechen
In dem Garten, der ohne Himmel ist
In dem Die Geliebte Bluttränen weint
Du hast ihren Himmel aus ihren Augen gerissen

Sonntag, 24. August 2014

Sand

Deine Wunden sind in Stein gemeißelt
Meine fliehender Sand
Deine Kanten bestimmen die Konturen
Als nie versiegende Zärtlichkeit
Umarme und unterwandere ich
Deine Mauern
Bin ihr weiches Bett
In das sie nicht einmal stürzen

Von einem Windhauch erschüttert
Eine fassbare See
Immer bereit
Deine Spuren zu tragen
Ohne Linien und Grenzen
Kenne ich keinen Halt
Bin nur da,
Um deine Hände mit Formen zu füllen
Traumbildern
Während du den Horizont anblickst

Sogar dein Schatten zeichnet mich
Deine Silhouette tanzt mir meine Schritte
Unüberwindbar sanft
Bin ich alles
Alles was du brauchst
Und Nichts bin ich geworden

Die Worte, die du in mich schreibst
Sind meine einzigen Namen
Ohne deinen Fußabdruck
Sieht mich niemand
Weil ich mehr als alles andere
Dein Abdruck bin
Dein Echo
Deine Spur

Die Hände, die ich nach dir ausstrecke
Zerrinnen, wenn du loslässt
Wenn du versinkst,
Sinke ich mit dir
Der Wind, das Meer, die Menschen
Sind mein Leben, mein Gefängnis,
meine Grenzen

Sogar dein Schatten zeichnet mich
Deine Silhouette tanzt mir meine Schritte
Unüberwindbar sanft
Bin ich Alles
Alles was du brauchst
Und Nichts bin ich geworden

Weil ich Sand bin
Kann ich an dir nie zerbrechen
Auseinander gefallen bin ich schon
Habe alle Formen verlassen
Alle Grenzen und mich selber überschritten
Damit du sicher stehen kannst
Und ich bleiben darf innerhalb deiner Mauern
Die ganz Verletzliche
Die nie verletzt

Das stille Echo deiner Worte
Dein unsichtbarer Schatten
Verschleierte Augen, die zu viel
Und immer nur dich
Gesehen haben
Die Frau, die nur Beziehung ist
Zu dir

Sogar dein Schatten zeichnet mich
Deine Silhouette tanzt mir meine Schritte
Unüberwindbar sanft
Bin ich Alles
Alles was du brauchst
Nichts bin ich geworden
Und Mehr als ich je glaubte
Sein zu können